Die tl (transports publics lausannois) treten mit einem neuen System in die SwissPass-Ära ein

Seitdem die rote SwissPass Karte eingeführt worden ist, arbeiten wir mit Begeisterung an innovativen Projekten in diesem Bereich. So haben wir die öffentlichen Verkehrsbetriebe der Region Lausanne (tl) bei einem ehrgeizigen Projekt zur umfassenden Umgestaltung ihrer Vertriebs- und Verkaufssysteme begleitet.

Was ist der SwissPass?

Inhaberinnen und Inhaber einer SwissPass-Karte können praktisch alle Angebote des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz nutzen, aber auch die Dienstleistungen von Partnerunternehmen wie PubliBike, RailAway und Mobility. Die Karte dient zudem als Skipass verschiedener Schweizer Wintersportorte.
 
Die im August 2015 eingeführte rote SwissPass-Karte hat die blauen Karten für das Generalabonnement und das Halbtaxabonnement ersetzt. Seit Dezember 2016 können auch die Abonnements des Waadtländer Tarifverbunds Mobilis auf die SwissPass-Karte geladen werden.
 
Mit ihren über 1300 Mitarbeitenden betreiben die tl eine Fahrzeugflotte, die auf einem 260 km langen Strassen- und Schienennetz unterwegs ist. Die 2008 in Betrieb genommene m2, die erste automatische Metro der Schweiz, hat die Mobilitätsgewohnheiten in der Agglomeration grundlegend verändert und auf andere Verkehrsträger verlagert. Im Jahr 2016 haben die tl auf ihrem multimodalen Verkehrsnetz mehr als 109 Millionen Passagiere befördert.

Vertriebssystem ist für Transportunternehmen entscheidend 
 

Für ein Unternehmen des öffentlichen Verkehrs spielt das Verkaufssystem eine entscheidende Rolle. Zum einen ermöglicht es den Kunden den Zugang zum öffentlichen Verkehr, zum anderen kann das Unternehmen so Einnahmen erzielen. Das Verkaufssystem verbindet die Kunden über den monetären Vorgang mit der Verkehrsgesellschaft. Es muss zugleich erweiterungsfähig, benutzerfreundlich und kanalübergreifend sein.
 
Durch die Erweiterungsfähigkeit kann die Verkehrsgesellschaft auf aktuelle Bedürfnisse eingehen und frühzeitig Anpassungen vornehmen, wenn sich Kaufgewohnheiten oder gesetzliche Regelungen ändern oder wenn neue Technologien auftreten. Die Benutzerfreundlichkeit ist wichtig, weil sie den Kaufvorgang erleichtert, zum Beispiel durch eine intuitive Benutzeroberfläche oder interessante Angebote für den Kunden.
 
Nicht zuletzt müssen die Unternehmen im öffentlichen Verkehr ihre Dienstleistungen heute über verschiedene Vertriebskanäle anbieten (Verkaufsstelle, Internet, Mobiltelefon, Partnerunternehmen), um allen Kunden den für sie passenden Erneuerungsmodus anzubieten. Angesichts der Angebotsvielfalt kann der Verbraucher sogar mehrere Kanäle innerhalb eines einzigen Kaufvorgangs kombinieren.

Entwicklung des neuen Vertriebssystems für die tl

 

Die tl, einer der grössten öffentlichen Verkehrsbetriebe der Romandie, haben beschlossen, im SwissPass-Projekt eine Pionierrolle einzunehmen und ihren Kunden zu ermöglichen, die Angebote des Waadtländer Tarifverbunds Mobilis auf die SwissPass-Karte zu laden. Dafür haben sie im Jahr 2015 ein ambitioniertes und innovatives Projekt zur umfassenden Umgestaltung ihrer Verkaufssysteme gestartet. 
 
Die Lösung der tl ist eine der ersten im Markt, die von Anfang an entwickelt wurde, Abonnements von Tarifverbunden auf der SwissPass-Karte zu verkaufen. Sie unterstützt die meisten Prozesse der ÖV-Plattform, namentlich die Bestellung, den Ersatz und die Sperrung von SwissPass-Karten sowie die Digitalisierung und Aktualisierung der Kundenfotos. Es sollten nicht nur Abonnements über den SwissPass verkauft werden – Ziel war auch, die Ticketautomaten der Verkaufsstellen (EPOS, Electronic Point-of-Sale) zu modernisieren, den Verkauf von Tickets und Abonnements über das Internet (Online-Shop) einzurichten und ein einheitliches Verkaufssystem zu entwickeln, auf das letztendlich alle Vertriebskanäle zurückgreifen können. Zudem sollte Partnerunternehmen die Möglichkeit eingeräumt werden, das neue System ebenfalls zu nutzen. Die Funktionsstruktur der Lösung ist folgendermassen aufgebaut:

  • Das Verkaufssystem bildet zentral die gesamte Verkaufslogik ab und ist über standardisierte Schnittstellen mit allen Verkaufsautomaten verbunden. Das System ist unter anderem mit dem ERP und dem CRM sowie mit der ÖV-Plattform verbunden, welche die komplette für den Verkauf von Schweizerischen Tickets erforderliche Tariflogik beherbergt. Die Datenübertragung zwischen Verkaufssystem und ÖV-Plattform erfolgt über die Nova-Schnittstelle.

  • Die Verkaufsautomaten werden an Ticketschaltern sowie an Kiosken (Partnerverkaufsstellen) aufgestellt und sind so ausgerüstet (EPOS light), dass lediglich eine Erneuerung möglich ist.

  • Über das Cockpit können alle Akteure im System, die keine Verkäufe tätigen, laufende Vorgänge verfolgen und in diese eingreifen.

Die Lösung der tl ist auf das Einzugsgebiet der Stadt und Agglomeration Lausanne ausgerichtet. Sie legt den Schwerpunkt auf einen schnellen, modernen und benutzerfreundlichen Service. Zudem ist sie modular und erweiterbar, sodass andere Verkehrsbetriebe auf sämtliche oder einige der Komponenten zurückgreifen oder diese anpassen können.
 
Seit Projektbeginn haben Fachspezialisten und Experten der Software-Ergonomie zusammengearbeitet, um die Lösung den Aufgaben der Verkaufsleiter und den Bedürfnissen der tl-Kunden anzupassen. Die Lösung zeichnet sich durch eine moderne und komfortable Ergonomie aus – für die Erneuerung eines Abonnements sind nur vier Fingerberührungen oder Mausklicks nötig. Dank desÜberblicks über alle Kundeninformationen kann der Verkaufsberater einen erstklassigen Service anbieten – und der Kunde kann an einem Remote-Touchscreen selbst einen Teil seiner Personendaten überprüfen und erfassen.

 

Mit Dank an - © coll.tl