Gemeinsam mit dem Bundesamt für Strassen ASTRA hat ELCA die Webapplikation VUGIS entwickelt.

 

Mit VUGIS (Verkehrsunfallanalyse mit Geoinformationssystemen) werden schweizweit Unfallorte identifiziert, überwacht sowie Massnahmen definiert und eingeleitet, um die Zahl der Verletzten und Toten auf Schweizer Strassen zu verringern. Die Qualität der Software und der Tests war von Beginn an Schwerpunkt des Projekts.

Das Programm des Schweizer Bundes «Via sicura» hat zum Ziel, die Anzahl der im Strassenverkehr getöteten und schwerverletzten Personen zu senken und die Sicherheit im Strassenverkehr zu erhöhen.
Mit diesem Ziel setzt das ASTRA auf unterschiedliche Instrumente, eines davon ist die Webapplikation VUGIS, die in Zusammenarbeit mit ELCA entwickelt wurde.

VUGIS wird von den Unfallanalytikern des ASTRA, der Kantonspolizei sowie von Bauingenieuren, Städten und Gemeindeverwaltungen genutzt. Basierend auf den Unfalldaten der Polizei können VUGIS Anwender einfach und effektiv Strassenabschnitte mit erhöhtem Unfallrisiko identifizieren, analysieren und geografisch darstellen. VUGIS basiert auf einem leistungsfähiges Abfragemodul für standortbasierte Informationen. Anwender können rasch komplexe Anfragen durchführen und weiteren Parametern entsprechende Auswertungen generieren. 

Gemeinsam mit dem ASTRA wurde eine Qualitätssicherungs- und Teststrategie entwickelt.
Es wurde bereits in einem frühen Projektstadium eine CI-Umgebung (Continuous Integration = kontinuierliche Integration) eingerichtet, die bei jeder Änderung des Quellcodes diesen Systemteil neu erstellt, installiert, testet und die Qualität des Quellcodes überprüft. Eine angepasste Qualitätssicherungs- und Teststrategie wurde entwickelt. Während des gesamten Projekts war ein Experte von ELCA involviert.

 

Die Teststrategie konzentrierte sich insbesondere auf automatisierte Tests: Neben automatischer Komponententests wurden auch Integrationstests (Webservices) und End-to-End-Tests (Benutzeroberfläche) durchgeführt. Dadurch wurde gewährleistet, dass ein Grossteil der Merkmale und des Quellcodes von VUGIS bei den CI-Builds berücksichtigt wurde.
Zu Beginn des Projekts wurde ein spezifisches Programmiergerüst (Framework) für Softwaretests implementiert, um bestimmte Aspekte (z. B. Prüfungen zu GIS-Karten, PDF-Berichte usw.) zu berücksichtigen. Dieses Umfeld basiert ausschliesslich auf Open-Source-Software (zum Beispiel Selenium WebDriver, FitNesse oder JUnit) und wurde in das CI-System integriert.
Das Entwicklerteam wurde direkt  auf dieses Framework geschult, jede Person konnte so automatisierte Tests für das von ihr programmierte Merkmal entwickeln. Das Team konnte dadurch das System selbst testbar machen, was gerade bei Tests der Benutzeroberfläche von grösster Bedeutung ist.

 

Die Softwaretests waren kein Mehraufwand, sondern eine rentable Investition
Die Kosten für die Umsetzung dieser Teststrategie mit einem sehr hohen Automatisierungsgrad lagen bei weniger als 20 Prozent der gesamten Projektkosten.
Sie werden grösstenteils von den Vorteilen für das Projektteam bei der Entwicklung und Pflege des Systems aufgewogen: Häufige Fehler und damit verbundene Rückschritte, z.B. aufgrund von Änderungen des Codes, der Konfiguration oder der Schnittstellen, treten wesentlich seltener auf als bei anderen Projekten von vergleichbarer Komplexität. Darüber hinaus können die meisten automatisierten Tests vor Einführung einer neuen Version direkt in der Zielumgebung durchgeführt werden. Auch der manuelle Testaufwand wird deutlich reduziert, was die Rentabilität noch einmal erhöht.